Pornoschauen und Partnerschaft

Ich habe meinen Partner schon einige Male beim Pornoschauen ertappt. Es stört mich dass er das tut, er hingegen findet mich kleinlich und zickig. Wir streiten oft deswegen, wie kommen wir da heraus?

Hier die Antwort unseres Fachteams ... störender Pornokonsum ist ein verbreitetes Thema in Beziehungen. Mit drei Klicks zu erotischen Bildern und Videos, das hat für manche Männer Suchtpotential. Wir meinen, dass alle Verhaltensweisen, die eine|n der PartnerInnen stören, grundsätzlich ernstzunehmen und zu klären sind. Ob es der Pornokonsum oder bestimmte Lebensgewohnheiten sind. Es ist daher berechtigt, die Störung anzusprechen. Mit zickig oder prüde hat dies nichts zu tun. Beim Porno berührt der Umgang mit dem "Konsumgut" eine ganz persönliche Sphäre beider. Dabei besteht seelische Verletzungsgefahr, denn es geht um die Vorstellung und die gemeinsame Praxis von Intimität. In besonderem Maße aber um die Frage, wer oder was im Fokus des Begehrens stehen will/soll/darf. Dies ist letztlich eine Abmachungssache. Schauen sich beide gerne Pornos an, no problem. Stört es die Partnerin nicht, ebenfalls no problem. Wichtig zu klären ist auch, was die "Nebenwirkungen" des Pornokonsum sind. Die Stunden alleine vor dem Bildschirm fehlen möglicherweise der Partnerschaft, die Überreizung kann mit der Zeit eine Abstumpfung bewirken und die Fixierung auf visuellen Sexkonsum wird Spuren im Freizeitverhalten hinterlassen. Es würde sich lohnen nachzusehen, welcher "Hunger" oder welche Sehnsüchte über den Pornokonsum ersatzweise zu stillen versucht werden. Martin Geiger, http://w4psy.at