Reflexion erster Lehrgang PD-Sexualtherapie

Reflexion des ersten Weiterbildungslehrgangs - Mai 2014 - aus der Rolle als Lehrgangsleiter

Bild: Wolfgang Hofer, Psychotherapeut in Linz, LehrgangsleitungDer erste Lehrgang des Curriculums Sexualtherapie ist abgeschlossen. Es gibt sehr vieles zu berichten: vor allem, dass es eine wunderbare Sache ist, diese Weiterbildung anzubieten. Es hat großen Spaß gemacht. Die AbsolventInnen können das Erlernte bereits in ihren Therapien umsetzen und sie freuen sich über eine neue KlientInnengruppe: Menschen mit sexuellen Problemen, die den Weg über Internet oder Weiterempfehlung zu ihnen finden. Sie können nicht nur Sexualberatung anbieten, sondern auch eine umfassende Behandlung von verschiedenen Belastungen und Problemen von KlientInnen bei denen sexuellen Probleme eine Rolle spielen.

Die Gruppe betreibt mit uns gemeinsam weiterhin ein Sexualtherapielabor in Form von Supervisionen in Linz, aber auch in München (eine Teilnehmerin lebt dort), sowie einer eigenen Internetplattform. Der interne Bereich dient zur Vernetzung der (nicht nur) sexualtherapeutischen Arbeit  sowie als Plattform für Fachliteratur, Unterlagen und Weitergabe von fachlicher Information.

Die Weiterbildung leistet für angehende und bereits im Berufsleben stehende PsychotherapeutInnen gleichermaßen einen sehr guten Einstieg in einen Bereich der Psychotherapie, der in den verschiedenen Ausbildungscurricula relativ zur Bedeutung zu wenig vorkommt: Dem Bereich der Sexualität und damit zentral verbunden der Liebe und  derer Bedeutung für ein erfülltes Leben. Viele psychosomatische (bspw. Herz-Kreislauf-) und psychische Erkrankungen (Depressionen) korrelieren hoch mit dem Misslingen der sexuellen Beziehungen und dem Frust, der sich daraus entwickelt. Sehr viele Paare leiden  unter dem Ausbleiben der sexuellen Anziehung nach dem Ende der Verliebtheitsphase und der Belastung, die daraus resultiert.

Im Weiterbildungscurriculum haben wir uns besonders mit dem Bewahren und Neuentdecken der sexuellen Beziehung und der Liebe bei Paaren beschäftigt. Dabei wurde klar, dass vor allem die Paartherapie eine zentrale Rolle spielt. In der Weiterbildung haben wir die Verbindung von Sexual- und Paartherapie und das Erlernen von den Fähigkeiten, die es dafür braucht,  geschult und vermittelt.                                    

Paar- und Sexualtherapie sehen wir, genauso wie Einzeltherapie – ganz im Sinne Morenos´s - als Anleitung und Begleitung um vom Erleiden zum aktiven Handeln zu kommen. Das Erkalten der Beziehung zu beenden und die Liebe in einer dauerhaften Beziehung leben zu können wird gemeinsam erarbeitet. Kreativität und Spontanität werden in die enttäuschte Beziehungsgestaltung wieder eingeführt.

Der Verlauf und die Ergebnisse des ersten Lehrganges haben uns sehr motiviert aktiv für die Teilnahme am nächsten Lehrgang zu werben.

Die Auseinandersetzung mit boomender Literatur diverser BeziehungsexpertInnen (bspw. Esther Perel), die den Betrug als quasi unvermeidlich in längeren Beziehungen propagieren, aber dann doch meinen, dass „intelligente Paare“ auch eine glückliche Beziehung ohne Betrug, sondern durch Integration von Phantasie und Kreativität führen können, machen unseren psychodramatischen Ansatz sehr spannend und aktuell.

AutorIn: 

Wolfgang Hofer, MSc

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