Der heisse Kopf

In meiner Praxis berichten Männer immer wieder, dass sie eine wunderbare Zeit beim Vorspiel mit ihrer Partnerin gehabt hatten. Mit allem, was dazugehört: Lust und Leidenschaft, Erregung und Erektion!

Aber dann passiert Folgendes:

Der Mann möchte zum Eindringen übergehen um den Geschlechtsakt vaginal fortzusetzen und den Weg zum Höhepunkt des sexuellen Aktes anzutreten. Ab da aber ist es vorbei mit Genuss und Leichtigkeit, weil es scheint Ernst zu werden. Und das in jeder Hinsicht. Männer konzentrieren sich auf das Gelingen des Eindringens und bemerken, dass es ihnen schwer gelingt, das ganz entspannt zu machen. Manchen wird jetzt schon so heiß und der Druck im Kopf so groß, dass sie um ihre Erektion bereits jetzt fürchten müssen. Also bemühen sie sich durch Aufbau von Druck in den Unterleib die Erektion zu bewahren. Das erschwert das Finden der richtigen Stelle zum Eindringen. Sie setzen an und finden ihren Weg nicht in die Liebesgrotte, sie treffen zB. auf die Klitoris oder den Bereich zwischen Scheideneingang und Anus, was sie noch mehr verwirrt. In der Zwischenzeit sind nämlich die Partnerinnen auch schon alarmiert, weil es ist ja gar nicht mehr entspannt…

Der Mann schaut in die Augen seiner Partnerin und bemerkt die Irritation und es wäre Zeit zum Aufhören, aber da ist der Leistungsdruck bei den Männern vor!

Sie spannen noch mehr an. Der Druck im Kopf steigt noch mehr, dieser wird auch ganz heiß und die Männer richtig ratlos. Die Leistungsanforderung fordert ihren Tribut. Dabei war es gerade noch so schön…jetzt ist es nur mehr stressig und unentspannt. Männer versuchen mit heftigen Bewegungen ihre Erektion zu stabilisieren und spüren dadurch gar nichts mehr. Wenn es noch gelingt, einen Orgasmus mit Ejakulation zu produzieren, haben viele Männer das Gefühl, noch einmal mit dem Schrecken davongekommen zu sein. Die Leistung wurde erbracht. Zufriedenheit stellt sich aber nicht wirklich ein.

Schilderungen wie diese erlebe ich sehr häufig.

Eine Lösung wäre möglich: Zurück an den Start. Wieder beginnen mit Schmusen, zärtlicher Berührung und sanfter Kontaktaufnahme, die die aufgewühlten Seelen beruhigt.

Das klingt einfach. Ist es aber für die meisten Männer gar nicht. Zu stark ist der Glaube, es müsste doch gelingen und das unter der Devise: Koste es, was es wolle. Männer haben es schwer!  

Aber wenn es gelingt, im Wissen darum, dass dieser Druck sehr viele Männer begleitet und es ja nicht darum geht, ES zu schaffen, sondern um das Erleben von Nähe und das Liebe machen. Lernen sie wieder zum Lächeln zurückzufinden, ganz weich zu küssen und die Lust wird zurückkehren, zumindest die auf neue Erfahrungen.

Was Frauen beitragen können: Nehmen sie den Penis ihres Partners liebevoll in die Hand und lassen sie den Peniskopf genussvoll, langsam und mit dem Gefühl für die Kostbarkeit der gemeinsamen Zeit auch ruhig länger um ihren Scheideneingang kreisen und die Klitoris streicheln. Schließlich führen sie ihn ganz vorsichtig ein. Ihr Mann wird es Ihnen danken. Zusammenspiel statt Verlust der Intimität.

So haben Sie beide das Liebemachen in der Hand.

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