Frauen durch Pornos weniger erregbar?

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Stimmt die Annahme, daß Männer durch Pornokonsum stärker erregbar sind als im Vergleich Frauen?

Antwort des Fachteams: Das ist nicht richtig: Es ist lediglich das Erscheinungsbild der Erregung - nämlich erhöhte Durchblutung der Genitalien - bei Männern einfach deutlicher sichtbar. Eine große Rolle spielt auch die Fähigkeit, sich selbst genital wahrzunehmen – übrigens Übungssache. Die Selbstwahrnehmung ist durch Erziehung leider häufig eingeschränkt: Was nicht sein darf, das nicht sein kann.

Bei einem Versuch wurden Männern und Frauen Pornos gezeigt und die genitale Erregung gemessen. Auch bei Frauen, die sich selbst nicht als erregt eingeschätzt haben, wurde ein Anstieg der Durchblutung im Vaginalbereich gemessen. Bei Frauen leuchtete aber, anders als bei Männern, im Gehirn der präfontale Cortex und andere Regionen auf, die für Beurteilung und Entscheidung zuständig sind, d.h. Frauen kombinieren Sicherheitsüberlegungen mit Sex, und das macht Sinn, sind sie doch kleiner und schwächer und sind sie es, die schwanger werden können.

Das Entscheidende aber für die Beurteilung von Cybersex ist das Wissen, dass es sich dabei um ein lediglich momentanes, flaches Stillen von Verlangen handelt. Ein bildschirmgenerierter Orgasmus löst eine Flut von „Wohlfühl“ – Chemikalien aus, unter anderem Endorphine, Dopamin und Serotonin. Es setzt aber kein Oxytocin frei, das Bindungshormon, das vollkommene Zufriedenheit und Ruhe hervorruft.

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