Verdacht auf Pornosucht. Was tun?

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... vermutlich stimmt ihr Gefühl. Fragen Sie baldigst nach. Besprechen Sie es soweit möglich, was gibt "es" dir, wann / wie oft machst du es, welche Bilder sprechen dich an, zeig mir das auch, schau'n wir uns das einmal gemeinsam an. Versuchen Sie offen zu bleiben und zu fragen. Gibt ihr Mann es zu, gute Nachricht. Ist kein Dialog darüber möglich, ungünstige Nachricht. Pornokonsum ist nichts Abnormales, vorausgesetzt es werden keine Gesetze dabei verletzt und die Bedürfnisse beider PartnerIn kommen nicht zu kurz. Bricht der Kontakt zwischen Ihnen ab, oder wird er laufend durch Pornokonsum beeinträchtigt, dann ist Feuer am Dach. Pornokonsum muss nicht gleich Pornosucht bedeuten. Häufig kränkt es die PartnerIn, wenn der Partner beim "einsamen" Pornokonsum ertappt wird. Es wird wie Treuebruch erlebt und kann Entfremdung bringen. Für den Nicht-Porno-konsumierenden Partner ist wichtig zu wissen, dass es nichts damit zu tun hat, dass er/sie weniger wert sei. Verbreitung sehr hoch, die beliebige Verfügbarkeit von Bildmaterial (auf PC, smartphone etc.) erleichtert den Zugang - und dies von Jugend an. Pornografie ist real ein Teil der Jugendkultur und der Sozialisierung unserer Kinder geworden. Betrachten Sie den Pornokonsum Ihres Partner so wie andere Verhaltensweisen, die Sie vielleicht stören und kommunizieren Sie das, was Sie stört rechtzeitig und deutlich. Bei Auftreten von Sucht sollte dem Partner nahegelegt werden, dass er sich fachliche Hilfe nimmt. (wie bei anderen Verhaltenssüchten auch). Überlegen Sie für sich, wo die zeitliche Grenze dafür liegt, das Konsumverhalten zu tolerieren.

Martin Geiger ist Paar- und Sexualtherapeut in Mistelbach, er schreibt in seinem Blog auf https://w4psy.at über Liebe, Sexualität und Gesellschaftsthemen.

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